100, 180 oder 240 Grit: Welche Nagelfeile wofür?
Ein klarer Spickzettel für die richtige Körnung – und den Unterschied zwischen Nagelkante und Nageloberfläche.

Zwei fast gleich aussehende Feilen liegen auf dem Tisch. Auf der einen steht 100/180, auf der anderen 180/240. Welche passt? Die Antwort beginnt nicht bei der Lieblingsform der Feile, sondern bei zwei Fragen: Was liegt vor dir – Naturnagel oder Modellage? Und was möchtest du bearbeiten – die freie Kante oder eine Oberfläche? Mit dieser Unterscheidung werden die Zahlen deutlich hilfreicher als die pauschale Empfehlung einer einzigen „Allround-Feile“.
Was die Grit-Zahl verrät – und was nicht
Grit bezeichnet die Körnung des Schleifmittels. Als praktische Orientierung gilt: Je höher die Zahl, desto feiner das Schleifbild. 100 Grit ist also gröber als 180; 240 ist feiner als beide. Eine höhere Zahl bedeutet nicht automatisch eine stärkere Feile.
Die Körnung ist aber nur ein Teil der Auswahl. Form, Träger und Polsterung beeinflussen, wie die Feile aufliegt. Dazu kommen die geführte Bewegung und der Druck. Vergleiche deshalb nicht nur drei Zahlen auf einer Einkaufsliste, sondern prüfe die Produktbeschreibung für deinen Arbeitsschritt. Eine gepolsterte Mineralfeile und ein fester Träger sind nicht allein durch dieselbe aufgedruckte Zahl gleichzusetzen.
100, 180 und 240: der schnelle Überblick
100 Grit: die grobe Seite. STALEKS ordnet sie bei der EXPERT 40 100/180 dem Kürzen und Formen künstlicher Nägel zu. Für das vorsorgliche Anrauen eines Naturnagels ist sie deshalb keine allgemeine Empfehlung. „Ich möchte schneller fertig werden“ ist kein sinnvoller Grund, diese Seite für jede Aufgabe zu wählen.
180 Grit: die mittlere Orientierung. STALEKS nennt bei seinen Mineralfeilen unter anderem das Formen natürlicher Nägel. Ob die konkrete Feile und dieser Arbeitsschritt für die jeweilige Ausgangslage passen, muss trotzdem geprüft werden. Die Zahl ersetzt weder die Betrachtung des Nagels noch die Anleitung des verwendeten Systems.
240 Grit: die feinere Seite. Bei der EXPERT 20 beschreibt STALEKS sie für eine feinere Bearbeitung natürlicher Nägel. Für eine kleine Formkorrektur an der freien Kante kann eine feinere Auswahl sinnvoller sein als unnötig grobes Arbeiten. Aus „feiner“ wird aber nicht automatisch „für jede Oberfläche bedenkenlos geeignet“.
Merke dir die Richtung, nicht eine starre Rezeptur: 100 → 180 → 240 bedeutet grob → feiner → noch feiner. Die passende Anwendung steht daneben, nicht in der Zahl allein.
100/180 oder 180/240: zwei Seiten, zwei Möglichkeiten
Der Schrägstrich auf einer Feile bezeichnet die beiden Arbeitsseiten. Eine 100/180 hat eine 100er- und eine 180er-Seite; eine 180/240 kombiniert 180 und 240. Es handelt sich nicht um einen gemittelten Wert. Drehe die Feile vor dem ersten Kontakt bewusst auf die gewünschte Seite.
Für einen kleinen, übersichtlichen Arbeitsplatz kann es helfen, Feilen nach Aufgabe statt nach Farbe zu ordnen: beispielsweise eine klar erkennbare Feile für Arbeiten an Modellagen und eine feinere Auswahl für die freie Naturnagelkante. Lies dabei immer die Körnung; die Farbe ist keine verlässliche universelle Codierung.
Wer als Kundin nur eine kleine Korrektur zwischen zwei Studioterminen braucht, muss daraus keinen vollständigen Profi-Werkzeugsatz machen. Lass dir im Studio zeigen, welche Seite für deinen konkreten Nagel und die beabsichtigte Korrektur gedacht ist.
Kante formen ist nicht dasselbe wie die Nagelplatte anrauen
Die freie Nagelkante ist der über die Fingerkuppe ragende Rand. Die Nagelplatte ist die Fläche, auf der später eine Beschichtung sitzen kann. Eine Empfehlung zum Formen des Randes lässt sich nicht automatisch auf die gesamte Fläche übertragen. Genau an dieser Stelle werden kurze Grit-Tabellen häufig zu ungenau.
Ein konkretes Gegenbeispiel zu „vor Gel immer buffern“ liefert CND: Für das eigene SHELLAC-System beschreibt der Hersteller eine Anwendung ohne Feilen der natürlichen Nageloberfläche; ausgenommen ist das Formen der freien Kante. Das ist eine Systemvorgabe, keine pauschale Aussage über alle Gelprodukte.
Prüfe deshalb vor einer Oberflächenvorbereitung die Anleitung des tatsächlich verwendeten Produkts. Ist dort kein Anrauen vorgesehen, wird es durch eine vermeintlich passende Grit-Zahl nicht plötzlich erforderlich. Wechsle auch nicht ungeplant zwischen Anleitungen verschiedener Systeme.
Vor dem Feilen: drei kurze Entscheidungen
Erstens: Benenne dein Ziel. „Zwei Millimeter Länge an der Modellage korrigieren“ ist eine andere Aufgabe als „eine raue Stelle an der freien Naturnagelkante glätten“. Je genauer die Aufgabe, desto weniger verlockend ist unnötiges Bearbeiten anderer Bereiche.
Zweitens: Kontrolliere die gewählte Seite. Gerade bei doppelseitigen Feilen lohnt dieser kurze Blick. Arbeite kontrolliert und prüfe zwischendurch das Ergebnis, anstatt in einem langen Durchgang immer weiter Material abzunehmen. Bei Schmerzen oder unangenehmer Hitze unterbrichst du die Arbeit.
Drittens: Kläre den Zustand des Werkzeugs. Die hier vorgestellten Mineralfeilen sind laut Produktangaben Einmalprodukte. Eine Einwegfeile wird nicht allein durch Abwischen zu einem wiederverwendbaren Instrument. Für professionelle Abläufe gehören die konkrete Herstelleranleitung und der betriebliche Hygieneplan zur Auswahl dazu.
Zwei passende Feilen aus unserem Shop
Anzeige · eigener NaillyPro Shop. Als konkrete Beispiele haben wir zwei verfügbare Mineralfeilen ausgewählt: die STALEKS EXPERT 40 in Halbmondform mit 100/180 Grit und die gerade STALEKS EXPERT 20 mit 180/240 Grit. Beide Shopangebote enthalten jeweils eine Feile; die Produktkarten zeigen echte Herstellerfotos.
Die 100/180 illustriert die Kombination aus gröberer und feinerer Arbeitsseite, die 180/240 die feinere Abstufung. Sie sind Alternativen für unterschiedliche Aufgaben – keine Aufforderung, beide Seiten jeder Feile auf jedem Nagel zu verwenden. Öffne vor dem Kauf die jeweilige Produktseite und gleiche Körnung, Form, Packungsinhalt und vorgesehenen Einsatz ab.
Preis- und Verfügbarkeitsprüfung: 14. September 2026. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben im Shop; sie können sich nach Veröffentlichung ändern.
Die beste Merkhilfe passt in einen Satz
Erst Aufgabe und Material bestimmen, dann die Körnung wählen – und die Nageloberfläche nur so vorbereiten, wie es das verwendete System vorsieht.
Wenn du für deinen nächsten Termin unsicher bist, bring lieber eine konkrete Frage mit: „Welche Feile und welche Seite darf ich zwischen den Terminen an meiner freien Kante nutzen?“ Das ist hilfreicher als ein allgemeiner Tipp für alle Nägel. Weitere Grundlagen findest du in unserem Journal zum ersten Nageltermin und zu BIAB beziehungsweise Builder Gel.
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